Back to Top
 
 

Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet

Mehr
13 März 2017 15:06 - 13 März 2017 15:07 #1 von Vollmer Jürg
Vollmer Jürg ► Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet
Seit einigen Jahren arbeiten Organisationen und einzelne Imker unabhängig voneinander daran, die Mellifera in Deutschland wieder anzusiedeln. Um diese Bestrebungen zu bündeln, wurde im Dezember 2016 das Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet. Hinter dem Projekt stehen die Aurelia Stiftung und das Jane Goodall Institut Deutschland.

Parallel dazu sucht das Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland ein abgeschiedenes Gebiet, das sich als Schutzgebiet zur Ansiedlung der Mellifera eignet. Nach Erreichen eines Schutzstatus sollen dort reinrassige Mellifera-Völker aus verschiedenen europäischen Ländern als Wildtiere wieder angesiedelt werden. Die Mellifera-Völker sollen in modernen Bienenbeuten mit Naturwabenbau im Abstand von mindestens 500 Metern aufgestellt und sich selbst überlassen werden.



Ich habe mit dem Projektleiter Frank Hass (im Bild links) gesprochen und die wichtigsten Fakten zum Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland zusammengefasst:

www.mellifera.ch/cms/news/arterhaltungsprojekt-dunkle-biene-deutschland

Was meint Ihr zum Projekt, welches die in Deutschland verstreuten Kräfte bündeln möchte? Und ist eine Wideransedlung der Mellifera in dieser Form sinnvoll?

Jürg Vollmer

Kommunikationschef von mellifera.ch
Anhang:
Letzte Änderung: 13 März 2017 15:07 von Vollmer Jürg. Begründung: Typo

Bitte Anmelden oder ► Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
26 März 2017 11:10 #2 von Thomas Ruppel
Thomas Ruppel antwortete auf das Thema: Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet
Hallo Frank,
ich hab mir die Publikation durchgelesen und da drängen sich Fragen auf. Gibt es den eine Planung zu diesem Projekt? Was ich bisher wahrgenommen habe ist, dass die Bienen in Beuten kommen auf dem Gelände verteilt und sich dann selbst überlassen werden. Soweit so gut survival of the fittest. Aber wir haben in Deutschland ein Behandlungsgebot gegen die Varroa. Das es Alternativen gibt hab ich verstanden aber wie geht man damit in einem solchen Projekt um?
Wer schaut nach, räumt tote Völker ab, analysiert die Ursache, führt Buch und sagt nach ein paar Jahren von den Dunklen die hier überlebt haben ob sie varroatoleranter sind? Das das auch keine Dunkle mehr ist liegt auf der Hand, es währe dann der angepasste Bienentyp dieses Versuches oder? Gruß Thomas

Bitte Anmelden oder ► Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
28 März 2017 18:08 #3 von Frank Hass
Frank Hass antwortete auf das Thema: Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet
Hallo Thomas,

entschuldige meine späte Antwort; es gibt zur Zeit viel zu tun ... Also, das gesamte Projekt soll sich dem Erhalt / der Wiedereinführung der Amm als Nutztier und als Wildtier widmen. In dem von Dir angesprochenen Teil des Projektes geht es um die Amm als Wildtier. Die Dunkle Biene gehörte über Jahrtausende zu unserer heimischen Fauna und sie soll künftig wieder dazugehören. Als Wildtier muss die Dunkle ohne menschliche Hilfe in freier Wildbahn überleben können; d.h. sie muss auch mit Krankheiten und Parasiten allein zurecht kommen. Wir denken, dass sie das kann. Beobachtungen bzw. Untersuchungen zeigen, dass es in Europa - und höchstwahrscheinlich auch in Deutschland - eine ganze Reihe verwilderter Völker gibt, die es geschafft haben, jahrelang / jahrzehntelang in freier Wildbahn ohne imkerliche Eingriffe zu überleben. Diesen Prozess wollen wir unter kontrollierten Bedingungen mit der Amm nachvollziehen. Natürlich werden die Völker beobachtet, kontrolliert und betreut werden. Dies wird Teil der wissenschaftlichen Begleitung sein. Das Ganze soll ja auch transparent und nachvollziehbar dokumentiert und kommuniziert werden. Was es nicht geben wird sind Eingriffe zum Zwecke der imkerlichen Bewirtschaftung und züchterischen Selektion. Selbstverständlich sind wir sensibel genug, andere Imker nicht zu beeinträchtigen. Deshalb soll das Ganze ja auch in einem abgelegenen Schutzgebiet stattfinden. Die Klärung der Standortfrage steht gerade auf der Agenda. Es scheint sogar mehrere geeignete Gebiete zu geben. Die Gefahr, dass es nach Etablierung einer Population im Schutzgebiet am Rande desselben die Gefahr der Hybridisierung gibt, ist uns wohl bewusst. Aber dieses Problem haben alle Schutzgebiete in Europa und es gibt Wege, damit umzugehen. Wie gesagt, unser Projekt negiert nicht die Möglichkeit, die Dunkle in Deutschland und anderswo züchterisch zu bearbeiten und imkerlich zu nutzen. Ganz im Gegenteil, wir sehen hier jede Menge Synergieeffekte und arbeiten zum Beispiel mit dem Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland eng zusammen.

Soviel in der gebotenen Kürze.

Viele Grüße,
Frank

Bitte Anmelden oder ► Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
13 Apr 2017 17:49 #4 von Pierre Preisker
Pierre Preisker antwortete auf das Thema: Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet
Hallo Bienenfreunde,

ich habe mich letzten Herbst mit dem Naturschutzgebiet www.koenigsbrueckerheide.eu/
in der Nähe von Dresden etwas auseinandergesetzt. Ich selber konnte die sich selbst überlassene Natur und das aufleben der Artenvielfalt selber schon erleben und war fasziniert davon. Einer meiner ersten Gedanken nach der Wanderung, in der Heide, war die Verbindung zur wild lebenden Honigbiene.
Was dort angestrebt wird wäre doch sicher ein optimales Territorium für die Dunkle Biene.

Ich würde mich freuen wenn in diese Richtung eventuell etwas auf den Weg gebracht wird.

Grüße
Folgende Benutzer bedankten sich: Frank Hass

Bitte Anmelden oder ► Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
13 Apr 2017 18:45 #5 von Frank Hass
Frank Hass antwortete auf das Thema: Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet
Lieber Pierre,

die Idee hatte ich (als Sachse) auch schon; das Gebiet erschien mir ideal. Daraufhin habe ich mich vor einigen Wochen mit dem Verantwortlichen Revierförster Herrn Krummbiegel getroffen. Er fand das Projekt gut und wir haben uns lange unterhalten. Aber es gibt zwei Probleme. Das erste ist die Größe des Gebietes. Die Ost-West-Ausdehnung beträgt wenig mehr als 3 km. Besonders an der Ostgrenze des Schutzgebietes wandern regelmäßig Imker an, um die Heidetracht zu nutzen. Aber hier hätte man unter Umständen etwas machen können. Das größere Problem betrifft den Schutzstatus. Die Königsbrücker Heide wird ab nächstem Jahr als erstes deutsches Wildnisgebiet eingestuft werden. Das bedeutet, dass das Gebiet nicht betreten werden darf und dass keine Eingriffe durch den Menschen vorgenommen, also auch keine Arten eingeführt werden dürfen; selbst wenn es um ehemals heimische Arten geht. Ich verfolge die Entwicklung des Gebietes aber in jedem Falle weiter; vielleicht ergibt sich ja doch noch etwas. Ich würde mich freuen, wenn wir uns vielleicht einmal telefonisch austauschen könnten.

Viele Grüße,
Frank

Bitte Anmelden oder ► Registrieren um der Konversation beizutreten.

Mehr
13 Apr 2017 18:55 #6 von Vollmer Jürg
Vollmer Jürg antwortete auf das Thema: Arterhaltungsprojekt Dunkle Biene in Deutschland gegründet
Aus der Distanz finde ich das duale Vorgehen unserer deutschen Kollegen interessant: Einerseits die Mellifera als Wildtier wieder anzusiedeln (was zugegeben nicht unumstritten ist), andererseits die Mellifera als Nutztier wieder einzuführen. Ein gutes Beispiel dafür ist der kürzlich eröffnete Lehrbienenstand im sächsischen Neundorf, über den ich am vergangenen Sonntag in den Mellifera-News berichtet habe:

www.mellifera.ch/cms/news/lehrbienenstand-dunkle-biene-neundorf-bund

Kommunikationschef von mellifera.ch

Bitte Anmelden oder ► Registrieren um der Konversation beizutreten.