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St.Gallen verschärft Kontrolle von Bienen-Importen

St.Gallen verschärft Kontrolle von Bienen-Importen

Im Kanton St.Gallen werden unbewilligte Importe von Kunstschwärmen neu rigoros geahndet. «Der Importeur muss mit Auflagen und Verwaltungskosten rechnen», schreibt das St.Galler Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV). Gewarnt wird zudem vor dem Schmuggel von Bienenköniginnen in die Schweiz, sogenannten «Hosensack-Importen».

Hintergrund der Medienmitteilung aus dem St.Galler Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) ist ein Vorfall aus dem Frühjahr 2015. Damals importierte ein Händler aus Wil (SG) in Kühltransportern 1100 Kunstschwärme aus Lecce in Apulien. Lecce ist nur 250 km vom Sperrbezirk des Kleinen Beutenkäfers in Kalabrien entfernt. Nach grossem Widerstand aus Imkerkreisen wurde der Import unter starken Auflagen bewilligt.

Der Kanton St.Gallen ist als Grenzkanton mit beachtlichen 1400 Imkern (rund 8 Prozent der Schweizer Imker) ein «Hotspot» für Bienen-Importe. Insbesondere aus dem Nachbarland Österreich kommen Kunstschwärmen und Königinnen über die Grenze. Einerseits von kommerziellen Züchtern in Österreich selbst, andererseits aber auch aus Slowenien oder (wie im Fall der 1100 Kunstschwärme aus Lecce) von industriell arbeitenden Züchtern aus Süditalien. Der Imkerbetrieb in Lecce zum Beispiel produziert 4'300 Kunstschwärme pro Saison.

Da es sich juristisch um Nutztiere handelt, für die im Seuchenfall Bekämpfungsmassnahmen ergriffen werden müssen, ist der Import von lebenden Bienen gesetzlich klar geregelt: Der Bienen-Import muss spätestens zehn Tage vor der Einfuhr dem zuständigen Kantonstierarzt vorangemeldet werden und von einem sogenannten TRACES-Gesundheitszeugnis begleitet sein. TRACES ist die Abkürzung von Trade Control and Expert System, dem tierärztlichen Informationssystem für den internationalen Handel.

Klein, aber genauso gefährlich: «Hosensack-Importe» von Bienenköniginnen

In einem viel kleineren Rahmen – aber trotzdem ungesetzlich – finden sogenannte «Hosensack-Importe» statt. Das St.Galler Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) berichtet, dass uneinsichtige Imker im Ausland gekaufte Bienenköniginnen unbemerkt in Zusetzkäfigen oder unauffälligen Zündholzschachteln über die Grenze schmuggeln.

Auch wenn die Bezeichnung «Hosensack-Importe» im ersten Moment lustig tönt, hat dieser Schmuggel eine gefährliche Komponente: Wie mit den Kunstschwärmen können mit illegalen Importen von Königinnen Krankheiten wie Amerikanische Faulbrut und Europäische Faulbrut (Sauerbrut) eingeschleppt werden. Im dümmsten Fall sogar der Kleine Beutenkäfer oder die Varroa jacobsoni, die neu als zweite Varroa-Art die Honigbienen befallen kann.

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