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mellifera.ch – neuer Name, neue Statuten und ergänzter Vorstand

mellifera.ch – neuer Name, neue Statuten und ergänzter Vorstand

mellifera.ch ist kurz und bündig der neue Name des Vereins Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde (VSMB). Dies beschloss die Generalversammlung vom 29. Oktober 2016 in Reiden (LU) einstimmig. Der Verein mellifera.ch zählt heute 510 aktive Imker. In der Schweiz gibt es rund 15’000 reinrassige Völker der Dunklen Biene sowie 45'000 teilweise hybridisierte Völker.

Gegründet wurde mellifera.ch 1995. Unter dem Namen Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde (VSMB) setzten sich die Gründer die Erhaltung und Zucht der einheimischen Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) in der Schweiz zum Ziel.

Zu diesem Zweck baute der Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde in 22 Jahren eines der modernsten Zuchtprogramme Europas auf, das alleine 2016 rund 5200 reinrassige Mellifera-Königinnen produzierte. Parallel zur Zucht hat der Verein sechs Schutzgebieten mit einer Gesamtfläche von über 1000 Quadratkilometern aufgebaut.

mellifera.ch: Rekorde bei den Vereinsmitgliedern und Zuchtköniginnen

Auf die Generalversammlung 2016 hin zählte der Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde 510 Mitglieder. Alleine im vergangenen Vereinsjahr kamen 59 neue Mitglieder dazu. An der GV in Reiden nahmen 80 Mitglieder teil, ausserordentlich viele angesichts des Einzugsgebietes vom Berner Seeland bis ins Münstertal sowie des einmalig schönen Herbsttages.

Zuchtchef Reto Soland erklärte in seinem Jahresbericht, dass der Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde auf viele Hände und Köpfe zählen könne: «Verlässliche Züchter mit Hingabe organisieren sich in Züchterringen, die nachhaltige Kooperation betreiben. Das gemeinschaftliche Resultat – hochwertige Mellifera-Königinnen – übergeben sie engagierten Prüfstandsleitern, welche die Königinnen ein Jahr lang kritisch prüfen.»

Reto Soland belegte sein Lob mit Zahlen und Fakten aus dem Jahr 2016:

  • 35 zertifizierte (!) Reinzüchter
  • 5 Linienbelegstationen für Zuchtköniginnen
  • 27 Rassenbelegstationen für Wirtschaftsköniginnen
  • 23 Zuchtlinien à zwölf Zuchtköniginnen (=276 Königinnen) wurden an die Prüfstände weitergegeben (plus je zwei Ersatzköniginnen)
  • 168 Prüfabschlüsse (=64 Prozent) der Zuchtköniginnen wurden nach einem Jahr eingereicht
  • 9,1 Prüfabschlüsse pro Prüfstand (von zwölf Zuchtköniginnen)
  • 6926 aufgeführte reinrassige Königinnen – so viele, wie letztmals in den 1990er-Jahren

Neue Statuten und ein neuer Name: mellifera.ch

Zu den wertvollen Kräften im Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde zählen auch die Vorstandsmitglieder Balser Fried und Ernst Hämmerli, welche auf diese GV hin nach rund zwanzig Jahren Vereinsarbeit in den (Un-)Ruhestand traten. Unzählige Arbeitsstunden haben sie geleistet, notabene alles im Ehrenamt. Die Belohnung dafür – neben ihrem Anteil am Überleben der Dunklen Biene – sind je eine Magnum-Flasche vom besten Twanner Rotwein und eine Glaskaraffe zum Dekantieren.

Präsident Padruot Fried und Vorstandsmitglied Martin Schwegler führten danach durch die Statutenrevision. Seit der Vereinsgründung 1995 wurden einige gesetzliche Regelungen geändert, zudem machte der Vorstand den Vereinsmitgliedern den Vorschlag einer Namensänderung. Der Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde (VSMB) solle die inoffiziell schon lange gebrauchte Bezeichnung mellifera.ch zum Vereinsnamen wählen.

Der neue Vereinsname und die Anpassung der Statuten an das heutige Umfeld (beides selbstverständlich rechtzeitig vor der GV den Mitgliedern kommuniziert) wurden von der GV gut aufgenommen. André Wermelinger, Präsident von Free the Bees und VSMB-Mitglied, stellte aber schriftlich einen Antrag, den Vereinszweck auch zu Gunsten der wild lebenden Honigbienen breiter zu fassen. Da Wermelinger nicht an der GV teilnehmen konnte, wurde seine Begründung von Martin Schwegler der GV integral vorgelesen und schriftlich vorgelegt. Der Antrag von Wermelinger wurde von der GV nicht unterstützt.

Die neuen Statuten wurden von den 80 GV-Teilnehmern einstimmig und ohne Enthaltungen genehmigt. Neu heisst der Verein also mellifera.ch.

Am schnellsten reagierte darauf die Online-Enzyklopädie Wikipedia: Schon wenige Stunden nach dem Entscheid der Generalversammlung wurde der Artikel über den Verein Schweizerischer Mellifera Bienenfreunde in mellifera.ch geändert.

Ergänzter Vorstand von mellifera.ch

Nach den Statuten erfolgten die Bestätigung des Vorstandes (ohne Balser Fried und Ernst Hämmerli) und des Präsidenten. Sie wurden einstimmig und mit grossem Beifall für ihre engagierte Arbeit bestätigt. In der Ergänzungswahl wurden Gabriele Soland als neue Zuchtchefin und Jürg Vollmer als neuer Kommunikationsleiter und Fundraiser einstimmig gewählt. Der neue Vorstand und seine Aufgaben:

  • Padruot Fried, Präsident, Schutzgebiete
  • Martin Schwegler, Vizepräsident, Rechtliches
  • Reto Soland, Ausbildungsleiter
  • Gabriele Soland, Zuchtchefin
  • Fritz Jordi, Sonderaufgaben
  • Linus Kempter, Aktuar
  • Hans W. Jäckle, Kassier
  • Hans Ulrich Thomas, Öffentlichkeitsarbeit
  • Jürg Vollmer, Kommunikationsleiter und Fundraising

Markus Neuditschko über die genetische Diversität der Dunklen Biene

Unter dem Titel «Genetische Diversität und Populationsstruktur der Schweizer Honigbienen mittels Genomsequenzierung» erklärte Markus Neuditschko vom Zentrum für Bienenforschung (ZBF) Agroscope in Bern-Liebefeld auch für Nicht-Genetiker verständlich, wie molekulare Tiergenetik am Beispiel der Bienen funktioniert. Und er zeigte auf, wie mit molekularer Tiergenetik die Reinrassigkeit und die Populationsstruktur der Dunklen Biene in der Schweiz gefördert werden können.

Ausführliche Berichte über dieses sehr interessante Referat:

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