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Schweizer Mellifera-Königinnen werden nur selten ins Ausland verkauft

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Schweizer Mellifera-Königinnen werden nur selten ins Ausland verkauft. Die Gründe: Temperaturschwankungen auf dem Postweg reduzieren die Legeleistung, der «Papierkrieg» am Zoll (die Schweiz ist kein EU-Staat) – und einzelne Königinnen isoliert in Carnica-/Buckfast-Gebieten sind für die Erhaltung der Unterart wertlos.


Interessierte Imker aus anderen Ländern beklagen sich immer wieder, dass Schweizer Mellifera-Züchter ihre wertvollen Königinnen der Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) sowie Mellifera-Völker nur selten ins Ausland verkaufen.

Die Schweizer Mellifera-Züchter werden vom Verein mellifera.ch dazu angehalten, solche Anfragen zeitnah zu beantworten, wenn sie keine Königinnen und Völker ins Ausland verkaufen wollen. Die Schweizer Mellifera-Züchter können dazu folgenden Muster-Brief verwenden.

Schweizer Mellifera-Züchter verkaufen aus guten Gründen nur selten Königinnen ins Ausland

  1. ​​Bei jährlich 5000 Jung-Königinnen von den Schweizer Mellifera-Belegstationen ist das Angebot an Jung-Königinnen in der Schweiz knapp. Um die einheimische Population zu stärken, setzen die zertifizierten Schweizer Reinzüchter verständlicherweise die Priorität auf Mellifera-Imker, die in den vorhandenen Schweizer Mellifera-Gebieten imkern. Zwei, drei reine Mellifera-Königinnen in einem weit entfernten Carnica-/Buckfast-Gebiet machen wenig Sinn für die Erhaltung der seltenen Unterart – als Ersatz für Hybrid-Königinnen in einem Mellifera-Gebiet sind eine langfristige Investition in den Arterhalt.
  2. Der Versand von Bienenköniginnen von der Schweiz ins Ausland erfordert aus veterinärmedizinischen Gründen einen mittleren «Papierkrieg» – die Schweiz ist bekanntlich nicht in der EU.
  3. Die zertifizierten Schweizer Reinzüchter wollen ihre wertvollen Königinnen dem Imker gesund übergeben. Bei einer Autofahrt vom Züchter zum künftigen Volk der Königin in den kühleren Abendstunden ist dies gesichert. Temperaturschwankungen während dem Versand haben dagegen gravierenden Einfluss auf die Lebensfähigkeit der Spermien in Leib der Königin. Bei einem Test wurden Express(!)-Postsendungen von Königinnen Temperaturmessgeräte beigelegt: 20 Prozent der Sendungen waren während mehr als zwei Stunden Temperaturen von über 40°C oder unter 5°C ausgesetzt. Die resultierende Lebensfähigkeit der Spermien sank dabei um 50 Prozent. Solche Königinnen ohne Legeleistung wollen wir nicht an die Imker weitergeben.

Aus diesen Gründen senden zertifizierte Schweizer Reinzüchter ihre Mellifera-Königinnen nicht gerne ins Ausland. Als verantwortungsvoller Imker haben Sie dafür sicher Verständnis.

Bild: Schweizer Dunkle Bienen (Apis mellifera mellifera). (Foto: Jürg Vollmer)

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