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Das Zentrum Paul Klee in Bern imkert mit Dunklen Bienen

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Das Zentrum Paul Klee in Bern imkert neu mit Dunklen Bienen. Auf dem markanten Dach der Kultur-Institution stehen sechs Völker, in die Mellifera-Königinnen eingeweiselt werden. Die Dunklen Bienen zeigen als Teil der Agri-Kultur-Tage 2017 die Vorteile von Massnahmen zur Förderung der Bio-Diversität und zur Unterstützung einer ökologischen Landwirtschaft.

​In die meisten Sprachen wird unser deutschsprachiger Begriff Landwirtschaft mit Agrikultur übersetzt. «Das Zentrum Paul Klee nimmt die Agri-Kultur wörtlich», erklärt der bekannte Agronom Fritz Häni: «Rund um den markanten Bau von Star-Architekt Renzo Piano bauen wir 2017 Hafer an.» Und auf dem Dach der Kultur-Institution ZPK sammeln Völker der selten gewordenen einheimischen Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera) Nektar und Pollen.

Architekt Renzo Piano bestand darauf, dass die Umgebung vom Zentrum Paul Klee kein Park sein soll, sondern landwirtschaftlich genutzt wird. Das Hauptfeld ist 2,5 Hektaren gross. «Dies ist weltweit gesehen die durchschnittliche Ackerfläche eines Landwirtes», erklärt Fritz Häni. Der bekannte Agronom ist seit 2005 agro-ökologischer Berater für das Zentrum Paul Klee im Osten der Stadt Bern.

Agri-Kultur-Tage 2017 mit dem Hafer im Fokus

Seit 2015 organisiert Fritz Häni die Agri-Kultur-Tage im Zentrum Paul Klee. Nach Mais (2015) und Gerste (2016) steht 2017 der Hafer im Fokus. Das «Multitalent» unter den Getreidearten ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen, enthält langkettige Kohlenhydrate, Ballaststoffe wie Beta-Glucan und pflanzliches Eiweiss. Hafer ist gut für Haut und Haar, für Verdauung und Cholesterinspiegel.

Für den Landwirt ist der Hafer eine «Gesundungsfrucht«: widerstandsfähig gegen Unkräuter und – zwischen Weizen und Gerste angebaut – resistent gegen Fruchtfolge-Krankheiten. Bei einer Mischkultur von Hafer mit Hülsenfrüchten können diese mittels Wurzelbakterien Luftstickstoff fixieren, so dass auf Stickstoffdünger verzichtet werden kann.

Trotzdem wird heute in der Schweiz nur auf 1 Prozent der Getreidefläche Hafer angebaut. «Dabei würden vom vermehrten Hafer-Anbau die Landwirte, die Konsumenten und die Umwelt profitieren«, erklärt Fritz Häni.

Einheimische Dunkle Bienen im Zentrum Paul Klee

Lebensraum-Vielfalt, Blühstreifen und viele neu gepflanzte einheimische Strauch-Arten sind der ideale Lebensraum für die natürlichen Feinde von Schädlingen sowie für Wildbienen und Honigbienen. Zwischen Haferfeld und dem Zentrum Paul Klee stehen deshalb neu Völker der einheimischen Dunklen Biene (Apis mellifera mellifera).

Die Mellifera-Königinnen kommen vom Verein mellifera.ch. Imker Stephan Pauli weiselt die Völker im Laufe des Sommers 2017 um. Die sechs Mellifera-Völker vom Zentrum Paul Klee gehören dann zu den 15'000 Völkern der Dunklen Biene in der Schweiz, die neben Irland und Russland die grösste Population der selten gewordenen Honigbienen-Unterart in Europa bilden.


Das Zentrum Paul Klee

Das Zentrum Paul Klee (ZPK) in Bern entstand nach Plänen von Star-Architekt Renzo Piano (baute u.a. das Centre Pompidou in Paris, die Fondation Beyeler in Riehen und das New York Times Building).

Der deutsche Maler Paul Klee (1879–1940) lebte und arbeitete die Hälfte seines Lebens in Bern. Klee erforschte die Gesetzmässigkeiten, die Schönheit und das kreative Potenzial der Natur.

Seit der ZPK-Eröffnung 2005 berät der bekannte Agronom Fritz Häni die Kultur-Institution. Er arbeitete an der Eidgenössischen Forschungsanstalt Reckenholz und ab 1977 an der Hochschule für Landwirtschaft (HAFL) in Zollikofen. Sein Buch «Pflanzenschutz im nachhaltigen Ackerbau» gilt als Standardwerk (demnächst in Neuauflage).


Das Programm der Agri-Kultur-Tage 2017

27. Mai 2017: Was alles wächst
Führung mit Fritz Häni – von Paul Klee über das Haferfeld bis zu den Dunklen Bienen.

17. Juni 2017: Hafer – die Gesundungsfrucht
Diskussion mit Fachleuten über die Vorzüge des Hafer-Anbaus.

19. August 2017: Vielfalt regt sich
Diskussion mit Fachleuten über die Zusammenhänge von Biodiversität und Gesundheit.

30. September 2017: Hafer – das Multitalent
Warum der Hafer die Medizinalpflanze des Jahres 2017 ist.

Detailliertes Programm der Agri-Kultur-Tage 2017 im Zentrum Paul Klee

© Magazinbeuten mit Dunklen Bienen (Apis mellifera mellifera) auf dem Dach vom Zentrum Paul Klee in Bern. (Bild: Jürg Vollmer)

Reportage über die Dunkle Biene in der «Berner Zei...

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